dafür setzen wir uns ein

Wie das Projekt entstand

Am Nordrand des Dorfes Hachmühlen liegt im Tal des Flüsschens Hamel ein parkartiges, unmittelbar an die Feldmark grenzendes Gelände von 11000 qm Größe, beschattet von vielen, teils riesigen Pappeln und zahlreichen anderen, vor Jahrzehnten angepflanzten Laub- und Nadelbäumen. Drei Teiche und die Hamel bis zur Flußmitte gehören ebenfalls zu dieser Fläche, von der ein Teil zu einer Streuobstwiese umgewandelt werden sollte.

Deshalb, und um der standorttypischen Bodenvegetation eine Chance zur selbstständigen Entfaltung zu geben, aber auch zur Sicherung des Wasserabflusses der Hamel (in die ständig große Pappeläste fielen), gaben die Behörden "grünes Licht" zur Fällung der meisten Bäume im August 2014. Eine Ersatzpflanzung von 23 Korbweiden unmittelbar an der Hamelböschung erfolgte im Frühjahr 2015.

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung fördert die Anlage der Streuobstwiese auf etwa 1/3 der Gesamtfläche, die Entschlammung der Teiche, die Schaffung von Kleinbiotopen wie Totholzhaufen und einem Natursteinwall, von Vogelschutzgehölzen und Nistgeräten für die Dauer von 3 Jahren. Antragsteller für das Bingo-Projekt (U 034 / 15 G) ist die Jägerschaft des Kreises Hameln-Pyrmont, für die örtliche Durchführung und Berichterstattung zuständig die Eigentümerin und ihr Ehemann (siehe "Über uns").

Der bisherige Projektverlauf

Bis zum Ende der Projektlaufzeit (November 2017) waren alle Antragspositionen abgearbeitet. 

 

Die Teiche

Die Randzonen der drei Teiche wurden - als vorgezogene Maßnahme - schon im Februar 2015 entschlammt und damit auch von den Unmengen von Falllaub befreit, die sich im Laufe der Jahrzehnte dort abgelagert hatten. Außerdem nutzten wir die Anwesenheit des dafür eingesetzten Baggers aus, um den restlichen Schlagabraum, der von der Baumfäll-Aktion des vorangeganenen Sommers noch auf der Fläche herumlag, auf den riesigen Totholzwall (60m lang, 10m breit, 2-3m hoch) zusammenschieben zu lassen. Damit gelangte, außer dem Teichschlamm, auch viel Erde auf die Ostseite dieses Walles - mit der Folge, dass er nun durch blühende Pflanzen und Gras so begrünt ist, dass man von dieser Seite her das Totholz gar nicht mehr erkennen kann. Auf seiner hinter Weidenbüschen und Erlen verborgenen Westseite dagegen sieht man die hohlraumreiche, wirre Struktur des Totholzhaufens noch sehr gut - und das ist die ganz heimliche Ecke der Projektfläche, wo Teichrallen, Stockenten, Nilgänse und diverse Kleinvögel gern brüten, zumal sich im Schutz der dichten Büsche ein Wassergraben unmittelbar am Wall entlang zieht. Der Graben mündet in den oberen der drei Teiche, und gern sitzt der Eisvogel dort auf Kleinfische an.

Seitdem die Beschattung durch die rund um die Teiche wachsenden Laubbäume, vor allem Erlen, weggefallen ist, hat sich im Wasser eine üppige Pflanzenwelt entwickelt mit Laichkräutern, Tannenwedel und Dreichfurchiger Wasserlinse als Hauptarten. Im Wasser wimmelt es von Ruderwanzen, Wasser- und Schwimmkäfern, Süßwassergarnelen und Wasserflöhen, und darüber fliegen verschiedene Libellenarten. Im Frühjahr bevölkern unzählige Kaulquappen der Wasser- und Grasfrösche die Teiche, und Schwärme von Plötzen und Moderlieschen locken die Eisvögel und Reiher an. Auch uralte Karpfen gibt es, die aber seit langem nicht mehr genutzt werden.

 

Wie sich herausstellte, hatte die nun ungehemmte Besonnung der Teichflächen auch ihre Schattenseiten:  In nur zwei Vegetationszeiten breitete sich der Ästige Igelkolben von ganz kleinen Anfängen (über die wir uns zunächst noch gefreut hatten) so sehr aus, dass bis zum Sommer 2016 der mittlere Teich völlig und der untere fast zur Hälfte zugewuchert waren. Mit anderen Worten, die Verlandung hatte begonnen. Vom Ufer aus war dieser Pflanze, die sich mit sehr schnell wachsenden, im Teichboden kriechenden Wurzelstöcken verbreitet, nicht mehr beizukommen. Es musste ein transportables Floß gebaut werden, und nach vielen Wochen sehr anstrengender Arbeit haben die Teiche (bis auf weiteres!) nun wieder freie Wasserflächen, sodass der reiche Kleinfischbestand für die Eisvögel und andere Interessenten wieder uneingeschränkt verfügbar ist. Das ist auch bei Projektende noch der Fall, denn die Igelkolben sind in der Vegetationszeit 2017 bei ihrer Wiederausbreitung erfreulicherweise Zurückhaltung auferlegt. Eine potentielle Bedrohung für die Offenheit der Wasserflächen stellen sie aber nach wie vor dar.

 

Auch am großen, oberen Teich mit seinen etwa 2500 Quadratmetern war und ist mehr zu tun als erwartet: Die Stümpfe der gefällten Erlen, die bis 2014 die Wasserfläche ringsum beschattet hatten, trieben nun wieder so stark aus, dass ihre Stockausschläge jeweils 2-3 m hohe, vielstämmige Büsche bildeten. Die Beseitigung dieser Hunderte von Stämmchen stellt nun bis in eine ungewisse Zukunft eine ständige 

Herausforderung dar. Ob es gelingt, die Wurzelstöcke "auszuhungern", indem ihnen Jahr für Jahr die Assimilationsprodukte der Blätter durch jeweils sehr frühzeitigen Schnitt der Stockausschläge entzogen werden, wird sich zeigen. Übrigens bleiben am großen Teich auch einige Büsche, vor allem Hasel, stehen, weil wir immer noch so optimistisch sind, auf das Erscheinen von Laubfröschen zu hoffen. Das Gelände erscheint als idealer Lebensraum für diesen ebenso seltenen wie hübschen und lauten Lurch, zumal der Wassergraben am oberen Ende des Teiches dicht mit Weidengebüsch und Laubbäumen bestanden ist. 

 

Bei diesen Arbeiten haben wir übrigens zahlreiche Hochnester von Zwergmäusen gefunden, also niedliche kleine Kugeln aus trockenen Grashalmen, einige Dezimeter über dem Boden zwischen Gräsern und Binsen aufgehängt. Die Alt- und Hochgrasfluren hier, zumal in Teichnähe, stellen den Optimalbiotop für diese hoch spezialisierten Halmkletterer dar, und der nahe Totholzwall dürfte ein ideales, natürliches Winterquartier sein.

 

Der Steinwall

Ein ganz spezieller, aber räumlich kleiner Biotop ist ein Wall aus 6 to Kalksteinen, der Anfang Juli 2015 als Unterschlupf für Wiesel, vielleicht auch Eidechsen und Geburtshelferkröten, nahe dem mittleren Teich aufgeschüttet wurde. Tatsächlich konnten wir im vergangenen Winter die Nutzung dieser Herberge durch Hermelin und Mauswiesel anhand ihrer Spuren im Schnee bestätigen.

 

Die Streuobstwiese

Im November 2015 war es dann endlich so weit: Die Baumschule Kewel aus Eldagsen pflanzte die bestellten, hochstämmigen Obstbäume alter, erhaltenswerter Sorten: 12 Äpfel, 2 Birnen, 2 Kirschen, 3 Pflaumen (Näheres zur Sortenwahl unter Obstbäume etc.). Das Material (Bäume, Pflanzpfähle, Schutzvorrichtungen) wurde von der Umweltstiftung bezahlt, auch Bäume und Sträucher, die keine Obstbäume sind; auf der Mertensaue z.B. 2 Sommerlinden, eine Walnuß und zahlreiche Sträucher zu Vogelschutzzwecken. Nur für die Arbeit des Pflanzens ist der Betreiber selbst zuständig. Wir haben die Fachkräfte der Baumschule pflanzen lassen, was sich sehr gut bewährt hat. Jedenfalls haben sich die Bäume gut entwickelt - mit Ausnahme der Großen Grünen Reneklode, die aus unerfindlichen Gründen im Sommer 2017 eingegangen ist. Sie wird noch im November dieses Jahres durch einen Baum derselben Sorte ersetzt.

 

 

Der Pflanzschnitt ist noch am Tage der Pflanzung vom Projektverantwortlichen selber vorgenommen worden. Damit ist die erste Grundlage für einen stabilen, gesunden und erntefreundlichen Kronenaufbau gelegt worden. In den kommenden 6 Jahren wird alljährlich ein Erziehungsschnitt nötig werden, um eine solche Baumstruktur zu festigen. Wichtig ist auch die jährliche Kontrolle der Baumgesundheit und, sofern die Bäume solcher Hilfen noch bedürfen, der Anbindung (die Kokos-Stricke dürfen den Stamm nicht beengen und müssen bei Bedarf gelockert werden, was 2017 durchaus der Fall war) und der Wildschutzspiralen.

Eine lehrreiche Erfahrung habe ich beim Erziehungsschnitt im November 2017 gemacht: Im Vorjahr hatte ich die Bäume nicht beschnitten, in der Meinung, sie würden einstweilen so weiter wachsen, wie ich es beim Pflanzschnitt 2015 durchaus lehrbuchmäßig (und von den noch anwesenden Baumschul-Fachleuten für gut befunden) vorgegeben hatte (vergl. die Aufnahmen in der Bildergalerie). Doch dem war nicht so: Manche Bäume hatten zwar 2016 kräftige Triebe entwickelt, doch offenbar auf Kosten des Austriebs in 2017. Der diesjährige Trieb an den Leitästen und der Stammverlängerung war häufig enttäuschend kurz, und es fiel in Anbetracht der relativ langen Vorjahrestriebe schwer, ohne Rückschnitt ins vorjährige Holz die Saftwaage herzustellen. Auch waren oft die Triebe aus den Knospen, die beim Pflanzschnitt als Verlängerung von Leit- und Mitteltrieb vorgesehen waren, in eine ganz unerwünschte Richtung gewachsen. Dies auch an sehr wüchsigen Bäumen, an denen sich häufig starke Konkurrenztriebe in den nur zwei Vegetationsperioden entwickelt hatten. Im Herbst 2016 hätte ich diesen Fehlentwicklungen einfacher und wirksamer begegnen können!

Zu meiner Überraschung hat trotz dieser Schwierigkeiten der Erziehungsschnitt an 17 Bäumen (die Kirschen werden im Februar / März beschnitte, eine Pflaume ist ausgefallen) nur zweieinhalb Stunden in Anspruch genommen, was vermutlich nicht nur einer eifrigen und verinnerlichten Lektüre der Fachliteratur, sondern auch der Teilnahme an einem Kursus wenige Tage zuvor zu verdanken ist.

Die Lehre aus dieser Erfahrung ist eindeutig: Will man eine ausgewogene, gesunde Kronenstruktur erreichen, muss jeder Jungbaum unbedingt alljährlich einem Erziehungsschnitt unterzogen werden. Der Zeitaufwand dafür ist viel geringer als man denkt.

 

Die anfangs befürchtete Verbuschung der Fläche, z.B. aus den Stockausschlägen der

Pappelstümpfe und vereinzelter Erlen aus Samenanflug, erweist sich als geringfügig; man kann sie leicht mit wenigen Arbeitsstunden pro Jahr in den Griff bekommen. 

 

Nistgeräte

Dem Vogelschutz sollen auch die Nistgeräte dienen, die wir im zeitigen Frühjahr 2016 angebracht haben. Mit Ausnahme der Höhle für den leider sehr selten gewordenen Gartenrotschwanz wurden alle Geräte angenommen, die Halbhöhle durch den Grauschnäpper.

 

Vegetation

Die Flora auf der Projektfläche, die nach der Baumfäll- und Bergungsaktion im August 2014 noch aussah wie ein Panzerübungsgelände, hat sich in 2015 zu einem geradezu paradiesischen Zustand entwickelt - natürlich aufgrund des Wegfalls aller Beschattung: Im Frühjahr z.B. ausgedehnte Polster von Gundermann, Kriechendem Günsel und Roter und Weißer Taubnessel, dann im Laufe des Frühsommers dichteste Bestände von Arten der Feuchten Hochstaudenflur, vor allem des Echten Mädesüß, entlang der Teich- und Grabenränder, und auf dem größten Teil der Fläche in den hohen Grasfluren Disteln verschiedener Arten und in großer Zahl kleinere blühende Pflanzen. Dieser Biotop hat sich als beliebter Äsungsplatz für Stockenten- und Nilgansküken herausgestellt, nicht nur wegen der artenreichen Flora sondern auch wegen des reichen Kleintierlebens - und die Küken können im hohen Gras nicht von Beutegreifern gesehen werden.

Natürlich müssen die Gras- und Staudenfluren kontinuierlich vor der Konkurrenz von immer wieder aufkommendem Baumwuchs geschützt werden. Eine sinnvolle Arbeit für einen pensionierten Forstbeamten, der das schon als "Forstbeflissener" vor 55 Jahren tun musste - nur mit umgekehrtem Vorzeichen: die Bäumchen vor Gras und Kraut schützen.

 

Im Vergleich der drei beobachteten Jahre sieht es so aus, als ob die Vegetation in jedem Jahr andere Schwerpunkte setzt. Die Hochstauden haben zugenommen, niedrige blühende Pflanzen bilden nicht mehr so ausgedehnte Polster. Die ökologisch recht günstige Kohl-Kratzdistel (Insekten- und Distelfinkennahrung) ist nun sehr häufig, allerdings auch der Sauerampfer, der uns von seinen Vorzügen noch überzeugen müsste.

Es haben sich auch einige (noch) kleine Inseln von Rohrglanzgras herausgebildet, ein besonders guter Brutbiotop für unsere Zwergmäuse.

 

Wir haben versuchsweise in 2016 den Schlegelmäher nicht eingesetzt und vermuten nun, dass dies zur Förderung von Sauerampfer und Gras beigetragen haben könnte. 

Möglicherweise dadurch, dass die hohe Schicht der im Winter abgestorbenen Vegetation manchen konkurrenzschwächeren Kräutern das Emporkommen erschwert hat. Die Kohlkratzdistel hat darunter allerdings nicht sichtbar gelitten, wohl aber die rotblühenden Kratzdistelarten. Jedenfalls wurde Anfang November 2017 wieder geschlegelt - mal sehen, wie sich die Vegetation im kommenden Jahr entwickelt. 

 

Honigbienen

Auch Imkern ist eine schöne Beschäftigung, die man auch mit fast achtzig Jahren noch lernen kann. Jedenfalls stehen nun seit Mitte Juni 2016 zwei Bienenvölker in einem windgeschützten Winkel der Projektfläche - womit alle Wünsche der Umweltstiftung erfüllt wären.

 

Bis zum Herbst 2016 haben sich die beiden Völker gut entwickelt, auch das kleinere, ein Ableger. Nach Varroa-Bekämpfung und Fütterung haben beide das erforderliche Wintergewicht erreicht, wie der Imker, dem die Bienen und Beuten gehören, am 18. Oktober feststellte.

 

Und dann – in einer Phase strengen Frostes im Winter 2016/17 -  geschah das Ungeheuerliche:  Unsere Grünspechte, sonst gern gesehene Brutvögel in der Nachbarschaft, hatten ein riesiges Loch in eine der Styroporbeuten gehackt und das Bienenvolk war tot!

Immerhin gedieh das andere Volk so gut, dass wir es auf drei Zargen aufstocken konnten, um es mit dessen eigenem Honig ohne Zufütterung überwintern zu können. Vor Spechtattacken ist diese Beute nun gut geschützt: In jedem Winter werden maschendrahtbespannte Holzrahmen auf ihren Wänden angebracht (s. Bildergalerie). Auf die Ernte von Honig haben wir, der Imker Conrad Nolte und ich, im Interesse der Ökologie des Schutzraumes Mertensaue verzichtet.

Doch zuvor, im Mai 2017 bereitete uns dieses Bienenvolk eine noch größere Überraschung, und die war der Auslöser zu einem ganz neuen Vorhaben, das nach unserer Überzeugung besonders gut in die ökologisch-naturschützerische Zielsetzung des Projektes (Lebens- und Schutzraum für einheimische Wildtiere ...) passt:  Die Bienen hatten geschwärmt, niemand hatte die Schwarmtraube, die irgendwo nahe der Beute gehangen haben musste, bemerkt (wir wohnen ja mehr als Hundert Kilometer entfernt), und die Spurbienen aus der Schwarmtraube hatten sich mit Sinn für die Eigentumsverhältnisse ausgerechnet den großen Holzbriefkasten am vermieteten Haus der Grundstückseigentümerin als neue Wohnung ausgesucht – immerhin in etwa 200 m Entfernung und ohne die zahlreichen anderen Briefkästen der Nachbarschaft zu beachten.

Alle Bemühungen, dieses Volk samt Königin aus dem Briefkasten heraus in eine leere Styroporbeute neben der alten umzusiedeln, blieben erfolglos. Nun weiß ich auch warum: die neue Wohnung darf sich weder neben noch in der Nähe der alten befinden, denn dann würde ein Großteil des geschwärmten Volkes, vom vertrauten Duft gelenkt, wieder in das alte Heim einziehen. Wie es wohl geschehen ist.

Was hat mir diese Erfahrung gezeigt? Es ist nicht sinnvoll, von Göttingen aus Bienenvölker in Hachmühlen, anderthalb Autostunden entfernt, konventionell beimkern zu wollen. Und auch unser lieber Imkerfreund aus Hannover, dem die Bienen und Beuten gehören, hat dazu nicht die erforderliche Zeit und Möglichkeit zur Spontan-Präsenz.

Unser neues, modifiziertes Vorhaben zur naturnahen Ansiedlung von Honigbienen ist nun folgendes:

Die bestehenden Beuten (ein zweites, durch Ableger zu bildendes Volk in einer Segeberger Styroporbeute wäre wegen seiner Schwarmbildung willkommen) werden im Winter durch Maschendraht gegen Spechtschäden und ganzjährig wie bisher gegen Varroa-Befall mittels Thymol geschützt, und ihr Honig wird nicht entnommen.

Und nun das Neue:  Für die zu erwartenden (und erhofften) Schwärme werden in ausreichender Entfernung Beuten bereitgestellt, die dem Klima in Baumhöhlen möglichst weitgehend entsprechen. Also doppelwandig mit Stroh zwischen den beiden dicken Holzwänden, mit einer abnehmbaren Dachkonstruktion, welche die dennoch entstehende Luftfeuchte gut ableitet und trotzdem die Wärme im oberen (Brutnest-)Bereich zurückhält, und mit einem ebenfalls abnehmbaren Boden mit einem Gemüllkasten, in dem ein Lebensraum für Bücherskorpione (Chelifera cancroides) und für eine ihnen als Nahrungsgrundlage dienende Mikrofauna angelegt wird. Die Bücherskorpione siedeln sich bei entsprechender Konstruktion auch in den Wänden der Beute an und stellen den Varroa-Milben auf den Bienen nach, ohne diese selbst zu schädigen. Natürlich wird auch diesen Bienenvölkern ihr Honig zur gesunden Überwinterung überlassen.

Wir haben die Hoffnung, dass künftige Spurbienen diesen nahezu optimalen Brutraum finden und ihren Schwarm dorthin führen, auch ohne dass wir ständig präsent sein müssen, um etwaige Schwarmtrauben einzufangen.

Verschiedenen Veröffentlichungen aus Wissenschaft und Praxis zufolge sollte es möglich sein, mit diesem System Bienenvölker ohne chemische Varroa-Bekämpfung lebensfähig zu erhalten. Möglicherweise stellt sich ein Gleichgewicht zwischen Bienen, Milben, Bücherskorpionen und Mikrofauna ein.

Fachgerecht erörtert sind diese Gesichtspunkte aufgrund eigener Forschungsergebnisse in dem Buch „Handlungsanleitung für artgerechte Bienenhaltung mit Bücherskorpionen“  (beenature-project.com) von Torben Schiffer, Biologe und externer wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Würzburg (Prof. Dr. J. Tautz). Darin finden sich fundierte Untersuchungen zur Biologie des Bücherskorpions, seiner Beziehung zu den Bienen, und zu den klimatisch-physikalischen Eigenschaften der verschiedenen Beutetypen im Vergleich zur Baumhöhle, dem natürlichen Habitat der Honigbiene seit zigmillionen Jahren.  Ich habe diesem Bienenforscher zahlreiche Hinweise zum Bau einer geeigneten Beute zu verdanken. 

Wir sehen dieses Vorhaben als einen Versuch zur naturnahen Ansiedlung von Honigbienen in unserem Projektbereich an.

 

Tierarten

An Tierarten wurden bisher (Stand: November 2017) festgestellt: 20 Säugetierarten, 65 Vogelarten (davon 25 Brutvögel, darunter der Eisvogel), 6 Amphibienarten, 3 Reptilienarten, 5 Fischarten. Die 20 bis jetzt beobachteten land- und wasserlebenden Nicht-Wirbeltierarten (z.B. Insekten) stellen mit Sicherheit nur einen kleinen Bruchteil der tatsächlich vorkommenden dar, denn es gibt auf der Projektfläche ja eine große Vielfalt an Lebensräumen und bisher bestand keine Möglichkeit für gezielte Untersuchungen.




"Haben wir eine größere Aufgabe, als die Schöpfung zu bewahren und damit die Nachwelt zu schützen? Ich kenne keine."

(Richard von Weizsäcker)