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Naturnahe Bienenansiedlung

Erst hat der Grünspecht durch Aufhacken einer Beutenwand bei strengstem Frost ein ganzes Volk zu Tode gebracht (was bei laufender Kontrolle vor Ort wohl hätte vermieden werden können und was künftig durch drahtbespannte Spechtschutzrahmen vermieden werden wird), dann zog ein Schwarm aus dem überlebenden Volk im Mai 2017 in einen 200 m entfernten, hölzernen Briefkasten („gezielt“ den der Grundstückseigentümerin!), weil sonst nichts zu finden war, was die Scouts (Spurbienen des Schwarms) als künftige Wohnung hätten akzeptieren können. Wären wir vor Ort gewesen, hätten wir die auffällige Schwarmtraube sicher in der Nähe der Beute gefunden und sie einfangen können. So hatten die Spurbienen, die zur Suche nach einem passenden Wohnort von der Schwarmtraube ausgesandt werden, genug Zeit, sich ausgerechnet den Briefkasten unserer Mieter auszusuchen. Ein nur drei Meter neben dem bisherigen Heim des ausgeflogenen Schwarms zu Demonstrationszwecken bei Führungen aufgestellter klassischer Bienenkorb aus Stroh wurde nicht beachtet, vielleicht hatten die von uns erst später entdeckten Wespen schon begonnen, darin zu nisten.

Unsere Lehre daraus ist, dass wir den Bienen, die natürlicherweise ihr Heimatvolk als Schwarm von etwa 20000 Individuen zusammen mit der Altkönigin verlassen, wenn es zuhaus zu eng geworden ist, eine wirklich geeignete, naturnahe Heimstatt anbieten werden.

Da wir all’ die vielen Arbeiten am Bienenvolk, die in der auf Honiggewinnung abzielenden konventionellen Imkerei nötig sind (z.B. regelmäßige Kontrolle auf Varroa-Befall oder Krankheiten, das vielfach zu wiederholende Zufüttern von Zuckerwasser in jedem Spätsommer bzw. Frühherbst, um die Entnahme von Honig auszugleichen, u.v.a mehr) nicht selber durchführen können, wollen wir ganz auf die Honiggewinnung verzichten. Zwar wollen wir stets noch ein bis zwei Völker in üblichen Beuten (hier die Segeberger Beute aus Styropor) behalten, doch dürfen diese auf ihrem eigenen Honig überwintern, und die Varroa-Bekämpfung erfolgt durch eine permanente Verabreichung von Thymol in einer perforierten Blechdose, eine Neuerung, die unser Freund und Imker Conrad Nolte aus Hannover in diesem Frühjahr bei uns eingeführt hat (die Bienen und die Beuten gehören ihm).  Diese Völker in den konventionellen Magazinbeuten sind einerseits der Garant dafür, dass stets Bienen zur Bestäubung der Obstbäume vor Ort sind, andererseits sollen sie uns die Schwärme liefern, die zur Durchführung unseres geplanten Experiments mit naturnahen Beuten nötig sind. Zu diesem neuen Vorhaben sei auf den oben genannten Homepage-Teil „Das Projekt“ verwiesen.